www.Wladikawkas.ru

Wladikawkas – Beherrsche den Kaukasus! (I)

Festung, Kultur- und Wirtschaftszentrum,
Hauptstadt Nordossetiens

Wladikawkas – die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Ossetien-Alania - wurde für viele Menschen weltweit erst durch zwei Tragödien bekannt. Die Stadt geriet im September 2004 und im August 2008 in die Schlagzeilen der Weltpresse: Im September 2004 wegen des Geiseldramas in der benachbarten Stadt Beslan; im August 2008 nach dem Überfall Georgiens auf  Südossetien.

Nicht weit von Wladikawkas standen die Zeltlager für südossetische Flüchtlinge, in den Krankenhäusern von Waldikawkas wurden Verwundete versorgt, von hier aus rollten russische Militärkolonnen nach Süden.

Der Name der Stadt ist Programm

Der Name der Stadt ist Programm. Wladikawkas – Beherrsche den Kaukasus – so ließ Zarin Katharina die Große die Festung nennen, die 1784 am Fuße der Kaukasuskette gegründet wurde – an der Stelle, an der der Fluß Terek aus den Bergen strömt und die größte und fast einzige Passtraße in den Süden beginnt.

1774 hatten sich die christlichen Osseten der russischen Krone unterstellt. Ab 1784 wurde von Waldikawkas aus die Große Georgische Heerstraße am Terek entlang über den Darielpass nach Süden gebaut. Die Georgische Heerstraße verbindet bis heute Waldikawkas und die georgische Hauptstadt Tiflis. Wladikawkas ist das Tor Russlands nach Süden – und zugleich aber auch das Tor des Südens nach Russland.

Wladikawkas ist das Tor Russlands nach Süden

Bis 1863 war Wladikawkas die wichtigste russische Festung im Nordkaukasus. Von hier aus wurde auch Tschetschenien erobert. Bis heute sind Wladikawkas und die russich-orthodoxen Osseten die wichtigste Stütze Russlands im islamischen östlichen Kaukasusgebiet.

Wladikawkas war aber nicht nur Festung und Garnisonsstadt, sondern auch kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Alexander Puschkin war 1829 zweimal in Wladikawkas. Der Dichter Michail Lermontow war 1837 mehrfach in der Stadt, Lew Tolstoi in den 50iger Jahren.

1860 wurde die Festung zur Stadt umgebildet. Die Bahnlinie aus Rostow-am-Don, die später nach Grosny und Baku weitergebaut wurde, beförderte die industrielle Entwicklung.

Von der Festung zum Industriezentrum

In der Sowjetzeit war Wladikawkas ein wichtiges industrielles Zentrum, auch für die Rüstungsindustrie. In der Stadt waren wichtige Betriebe des Maschinenbaus und der Elektrotechnik und Elektronik, Zulieferproduktion für die Autoindustrie und Buntmetallproduktion und -Verarbeitung angesiedelt.

Heute ist Wladikawkas die Hauptstadt von der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alania und hat über 325 000 Einwohner. Diese Zahl macht knapp 50 Prozent der gesamten Republiksbevölkerung aus und ist vermutlich mit nicht registrierten Flüchtlingen aus Südossetien und Saisonarbeitern aus den Dörfern Nordossetiens noch bedeutend höher.

Hauptstadt der Osseten

In Waldikawkas wohnen zum größten Teil Osseten – laut der Statistik der Volkszählung von 2002 Machen sie knapp zwei Drittel der Bevölkerung aus. Etwas weniger als ein Drittel stellen die Russen, zu jeweils drei Prozent sind Armenier und Georgier vertreten. Hinzu kommen auch zahlreiche kleine Völker der Nordkaukasusregion. Extrem gespannt sind aber seit langem die Beziehungen zu den Nachbarrepubliken Inguschetien und Tschetschenien im Osten.

Fortsetzung: Moscheen, Kirchen und Synagogen