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Wladikawkas – Beherrsche den Kaukasus! (II)

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Moscheen, Kirchen und Synagogen

Die historische Mischung der Kulturen lässt sich auch im Stadtbild von Wladikawkas erkennen. Die Minarets einer prächtigen alten sunnitischen Moschee ragen im alten Stadtzentrum direkt neben den reißenden Fluten des Terek vor der beeindruckenden Kulisse der Berge hoch. Teile der ossetischen Elite hatten sich schon vor dem 19.Jahrhundert dem Islam zugewandt.

Die große Mehrheit der Osseten jedoch ist christlich, also russisch-orthodox. In Waldikawkas stehen auch russisch-orthodoxe, armenische und griechisch-orthodoxe Kirchen. Es gibt aber auch einige Synagogen und römisch-kathoische Kirchen.

Der Große Kaukasus beherrscht mit seinen Gipfeln das Panorama von Wladikawkas

Wladikawkas, die Stadt, die den Kaukasus beherrschen soll, wird von den hohen Gipfeln der Kette des Großen Kaukasus weit überragt, besonders dem <h3> Großen Kasbek (5.047 m)</h3>. Aus der Darielschlucht strömt der  Terek durch die Stadt und dann weiter zum Kaspischen Meer, alle Flüsse des östlichen Nordkaukasus mit sich nehmend.

Diese Lage trug in den Jahren der Sowjetunion dazu bei, dass hier, an den südlichen Stadträndern, zahlreiche Kurbetriebe, Pensionen und Touristenherbergen erbaut wurden. Sie bleiben bis heute für viele Russen eine Attraktion und werden gern besucht.

Aktives Kulturleben

Wladikawkas ist auch kulturell sehr lebendig. Die Stadt hat rund zehn Theater, vom klassischen Russischen Schauspielhaus oder der ossetischen Volksbühne „Arwajdan“ bis zum Pferdesport-Theater „Narty“.

Gleichzeitig ist Wladikawkas auf seine Leistung in der Musikwelt besonders stolz - von hier stammt der weltbekannte Dirigent Waleri Gergijew, künstlerischer Leiter des Mariinski Theaters in Sankt Petersburg. Gergijew hat in Russland, aber auch auf internationalen Bühnen inzwischen fast die Bedeutung von Herbert Karajan.

Der ossetische Karajan – Waleri Gergijew

Der Wagner-Verehrer Gergijew (Gergiev) ist auch Teilnehmer des deutsch-russischen Bürgerforums „Petersburger Dialog“ (link zu einem artikel bei RA). Die Staatliche Philharmonie von Wladikawkas organisiert jährliche Musikfestivals unter dem Namen “Waleri Gergijew lädt ein”.

Unlängst lud der Ossete Gergijew allerdings nicht nach Wladikawkas, sondern nach Zchinwali ein. Wenige Tage nach dem georgischen Überfall auf die südossetische Hauptstadt gab er  vor den Ruinen des Schauspielhauses von Zchinwali ein Konzert.

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In den Geschichtsbüchern ist Wladikawkas auch unter anderen Namen zu finden. Die Stadt wechselte den Namen mit der politischen Konjunktur. 1931 wurde sie in „Ordschonikidse“ umbenannt – nach dem Altbolschewisten und Stalin-Genossen georgischer Herkunft Grigori Ordschonikidse, unter dessen Kommando die Rote Armee im Bürgerkrieg gegen die Weißen in den 20er Jahren Georgien zurück eroberte.

Von den letzten Jahren des 2.Weltkrieges und bis zum Tode Stalins trug die Stadt den Namen Dsaudschikau (Dzaudzhikau) – so hatte das ossetische Dorf geheißen, in dessen Nähe im 18. Jahrhundert die russische Festung gegründet worden war.

Von 1954 und fast bis zum Zusammenbruch der UdSSR hieß die Stadt erneut „Ordschonikidse“. Seinen historischen Namen erhielt Wladikawkas erst 1990 zurück.

 

Anja Kurizina, Gisbert Mrozek
Stand 10.2008